RechtsanwaltskanzleiHeising & Pier

Ehe- und Familienrecht


“Drum prüfe, wer sich ewig bindet …”
Aus dem umfangreichen Spektrum der familienrechtlichen Probleme hier einige Stichpunkte:

  • Adoption und Einbenennung
  • Aufstockungsunterhalt
  • Abänderungsklage
  • Düsseldorfer Tabelle
  • Ehevertrag
  • Hammer Leitlinien
  • Kindes- und Volljährigenunterhalt
  • Nichteheliche Lebensgemeinschaft
  • Sorgerecht, Umgangsrecht, Aufenthaltsbestimmungsrecht
  • Trennungsunterhalt / Nachscheidungsunterhalt
  • Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung
  • Trennungsjahr
  • Versorgungsausgleich
  • Voraussetzungen und Verlauf des Ehescheidungsverfahrens
  • Zugewinnausgleich, Gütertrennung oder Gütergemeinschaft

Fragen und Antworten zum Familienrecht


Ich will mich scheiden lassen. Geht das sofort?

Nur in Ausnahmefällen. Grundsätzlich muss erst das sog. Trennungsjahr abgewartet werden. Das Trennungsjahr beginnt mit der tatsächlichen Trennung und läuft 12 Monate. Für eine Trennung ist nicht unbedingt der Auszug eines Ehepartners notwendig. Es genügt ddie "Trennung bei Tisch und Bett".

Braucht man für die Scheidung unbedingt einen Anwalt?

Ja. Mindestens eine Partei muss anwaltlich vertreten sein. Will der andere Ehegatte der Scheidung zustimmen und keine eigenen Anträge stellen, benötigt er keinen Anwalt.

Wonach richten sich die Kosten einer Scheidung?

Die Kosten der Scheidung richten sich nach dem Einkommen der Ehepartner. Bei den sog. Folgesachen, wie z.B. Unterhalt, Zugewinnausgleich etc. richten sich die Kosten nach der Höhe der Forderungen.

Was kostet eine erste Beratung?

Eine Erstberatung in familienrechtlichen Angelegenheiten kostet 190,- € zzgl. MWSt. Bei schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen werden die Kosten über Beratungshilfe vom Staat übernommen.

Gibt es für eine Scheidung Prozesskostenhilfe (Verfahrenskostenhilfe) ?

Ja. Bei schwierigen wirtschaftlichen Verhältnissen werden die Kosten der Scheidung über Verfahrenskostenhilfe vom Staat getragen.

Was versteht man unter Zugewinnausgleich?

Leben die Ehegatten im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft, wird das während der Ehezeit erwirtschaftete Vermögen bei der Scheidung hälftig auf die Ehegatten verteilt. Das Zugewinnausgleichsverfahren kann, muss aber nicht, mit dem Scheidungsverfahren verbunden werden.

Was muss mit der Scheidung alles geregelt werden?

Mit der Scheidung muss nur der Versorgungsausgleich geregelt werden. Alle anderen sog. Folgesachen, wie Sorgerecht, Unterhalt, Zugewinnausgleich und Hausrat werden nur mit dem Scheidungsverfahren verbunden, wenn einer der Ehegatten dies beantragt.

Was versteht man unter Versorgungsausgleich?

Unter Versorgungsausgleich versteht man den Ausgleich der während der Ehezeit erworbenen gesetzlichen, betrieblichen oder privaten Rentenanwartschaften. Dieses muss zwingend mit der Scheidung geregelt werden.

Ist man zur Auskunft über seine Einkommensverhältnisse verpflichtet?

Ja. Mit Erteilung der Auskunft ist aber kein Anerkenntnis einer Zahlungsverpflichtung verbunden.

Was ist die Düsseldorfer Tabelle?

Die Düsseldorfer Tabelle wurde vom OLG Düsseldorf entwickelt und ist die allgemein anerkannte Grundlage für die Berechnung von Kindesunterhaltsansprüchen.

Wie berechnet sich Trennungsunterhalt?

Der Trennungsunterhaltsanspruch beträgt, grob gesagt, 3/7 der Differenz der Erwerbseinkommen der Ehegatten. Es gibt aber zahlreiche Spezialfälle und die Berechnung der relevanten Einkommen ist einzelfallabhängig. Hier sollte in jedem Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Wie berechnet sich Kindesunterhalt?

Der Kindesunterhalt richtet sich in erster Linie nach dem Alter des Kindes und dem Erwerbseinkommen des Unterhaltspflichtigen. Grundlage der Berechnung ist die Düsseldorfer Tabelle ( s.o. Frage 11 ). Da die Berechnung von vielen Faktoren anhängt und im Einzelfall schwierig sein kann, sollte hier in jedem Fall anwaltliche Hilfe in Anspruch genommen werden.

Bekommt man auch Unterhalt, wenn man nicht verheiratet ist?

Die Partner in einer nichtehelichen Lebensgemeinschaft haben grundsätzlich keinen gegenseitigen Unterhaltsanspruch. Eine Ausnahme besteht bei Betreuung eines gemeinschaftlichen Kindes. Der Anspruch ist zeitlich in der Regel auf 3 Jahre begrenzt.

Was ist Unterhaltsvorschuss?

Zahlt der Unterhaltsverpflichtete nicht, können beim Jugendamt Leistungen nach dem Unterhaltsvorschussgesetz beantragt werden. Voraussetzung ist, dass das Kind noch nicht 18 Jahre alt ist. Der Anspruch umfasst nur die Zahlung des gesetzlichen Mindestunterhalts. Das Jugendamt nimmt den Unterhaltsverpflichteten dann in Regress.

Was ist mit dem Unterhalt, wenn sich das Einkommen ändert?

Tritt eine wesentliche Änderung der dem Unterhaltstitel zugrundeliegenden wirtschaftlichen Verhältnisse ein, kann durch eine Abänderungsklage die Anpassung des Titels verlangt werden. Aus Faustregel gilt: Wesentlichkeit liegt erst ab einer Veränderung um ca. 10% vor.

Welchen Einfluss hat eine Trennung auf die Steuerklassen?

Im Trennungsjahr können die Eheleute noch eine gemeinsame Steuerveranlagung durchführen. Danach sind die Ehegatten wechselseitig verpflichtet, dem anderen eine Reduzierung seiner Steuerbelastung zu ermöglichen. Dadurch entstehende Nachteile sind vom anderen Ehegatten auszugleichen.

Ich will heiraten. Brauche ich einen Ehevertrag?

Grundsätzlich: nein. Aber wenn Vermögen mit in die Ehe gebracht wird, dann empfliehlt sich ein Ehevertrag, wobei der letztendlich nur Sinn macht, wenn man auch in der Folgezeit die Vermögen beider Eheleute trennt.

Gibt es für eine Familiensache Prozesskostenhilfe / Verfahrenskostenhilfe?

In Familiensachen, wie Scheidung, Zugewinnausgleich, Unterhalt, Umgangsrecht usw. kann man für vorgerichtliche Tatigkeit beim Amtsgericht einen Beratungshilfeschein beantragen. Für das gerichtliche Verfahren kann der Anwalt die so genannte Verfahrenskostenhilfe erhalten (wenn man keinen Rechtsanwalt / keine Rechtsanwältin kennt, kann auf Antrag das Gericht einen Beistand zuordnen).

PKH-Rechner


hier geht es zum PKH-Rechner

Diesen Prozesskostenhilferechner kann man verwenden.